In einem abgedunkelten Raum steht ein Monitor auf einem Sockel, der als einzige Lichtquelle dient. Der Monitor ist zur am weitesten vom Eingang entfernten Ecke des Raumes ausgerichtet. Der Abstand zwischen Monitor und Raumecke beträgt etwa zwei bis drei Meter, abhängig von der Raumgröße. Beim Betreten des Raumes sieht der Besucher den Monitor nur von hinten. Wenn sich jemand in die Ecke begibt, um das laufende Bild auf dem Monitor zu sehen, schaltet dieses auf Schwarz, und die Lichtquelle im Raum erlischt. Ein Bewegungsmelder registriert den Moment, in dem sich der Betrachter in den Blickwinkel des Monitors begibt. Das Bild bleibt schwarz, bis die Person den Blickwinkel wieder verlässt. Danach schaltet sich das laufende Bild wieder ein.
Bild: Der Zuschauer hat keine Möglichkeit, die laufenden Bilder direkt zu sehen. Das Bild wird nur als reflektiertes Licht im Raum wahrgenommen und kann so gesehen werden. Was genau auf dem Monitor zu erkennen ist, bleibt der Vorstellungskraft des Betrachters überlassen.
Ton: Zu hören sind akustische Passagen aus Spielfilmen, die durch starke emotionale Momente und Wechsel in den Spannungsbögen gekennzeichnet sind.
Interaktion: Die Interaktion erfolgt unbewusst; der Besucher weiß nicht im Voraus, wie und wann eine Interaktion ausgelöst wird. Die physische Präsenz des Betrachters im Raum und sein Verhalten lösen die Interaktion aus. Der Bewegungsmelder (das Interface) erfasst den räumlichen Blickwinkel, aus dem man den Monitor sehen könnte, und simuliert eine „Negativschaltung“ durch das Abschalten des Bildes. Aktion und Reaktion finden genau in dem Moment statt, in dem der Betrachter versucht, das Bild zu sehen.
Der Tote Winkel
1998, interactive spatial installation, Kunsthalle Basel, Programming: Philipp Gasser, Interface: Valentin Spiess
In a darkened room, a single monitor sits on a pedestal, serving as the only source of light. The screen is oriented toward the corner furthest from the room’s entrance. The distance between the monitor and the corner varies between two and three meters, depending on the size of the space. Upon entering the room, the visitor can see the monitor only from behind.
If someone moves into the corner to view the image on the screen, the monitor turns black — and the only light source in the room goes out. A motion detector registers the exact moment the viewer steps into the monitor’s field of view. The image remains black until the person steps back out of this “dead angle.” The moving image then resumes.
Image: The viewer never gets a direct look at what is playing on the monitor. The image can only be perceived as reflected light within the space. What exactly is shown on the screen is left entirely to the imagination.
Sound: Audible are audio passages from feature films, marked by emotionally intense scenes and sharp shifts in dramatic tension.
Interaction: The interaction is unconscious — the visitor is unaware in advance of how or when it will be triggered. It is the physical presence and behavior of the viewer in space that activates the interaction. The motion detector (the interface) tracks the spatial angle from which the screen becomes visible and simulates a “negative switch” by cutting the image. Action and reaction occur at the precise moment when the viewer tries to look — and is denied that view.